Lernzirkel (3) - Praktisches zur Durchführung

Vorbereitung des Materials

Wie man das Material organisiert und präsentiert, hängt vor allem von diesen Grundüberlegungen ab: Wie viele Schülerinnen und Schüler dürfen zusammen in einer Gruppe arbeiten? Wie viele Schüler hat die Klasse? Wie groß ist das Klassenzimmer?

  • Aufbau als Stationen: Wenn die Zahl der Schüler nicht zu groß und das Klassenzimmer nicht zu klein ist, kann der Lernzirkel auf verschiedenen Tischen aufgebaut werden. Die Schüler gehen von Tisch zu Tisch und erledigen die Aufgaben dort. Leider gibt es an den wenigsten Schulen die Möglichkeit, den Lernzirkel aufgebaut stehen zu lassen. So geht durch Auf- und Abbau einige Zeit verloren.
  • Präsentation an zentraler Stelle: Hier werden die Materialien an einem für alle zugänglichen Ort, z.B. am Pult, präsentiert und jede Gruppe holt sich das benötigte Material an ihren Tisch. Dabei sollte das Material so aufbewahrt werden, dass ein schneller Zugriff bei gleichzeitiger Übersichtlichkeit möglich ist. Ich verwende Hängeregistermappen in einem Platz sparenden Ständer. Die Hängeregistermappen passen auch in die weit verbreiteten Klappboxen! Zusätzliches Material kann in Ordnern oder Kisten aufbewahrt werden.
  • Zahl der Stationen: Um Engpässe zu vermeiden, sollten bei freier Auswahl mindestens doppelt so viele Stationen wie Schülergruppen vorhanden sein. Das bedeutet nicht, dass man 15 verschiedene Stationen entwerfen muss, sie können auch in größerer Anzahl zur Verfügung gestellt werden. Sind einige Stationen in einer bestimmten Reihenfolge zu durchlaufen, müssen sie mindestens drei oder vier Mal zur Verfügung stehen.
  • Laufzettel und Übersichtsplan: Jeder Schüler bekommt einen so genannten "Laufzettel", auf dem die bearbeiteten Stationen mit Datum notiert sind. Gleichzeitig enthält der Laufzettel alle Wahlmöglichkeiten und dient so der Orientierung. Damit die Lehrkraft einen Überblick über die gesamte Klasse erhält, kann man gleichzeitig einen Übersichtsplan im Klassenzimmer aufhängen, der alle Stationen und die Namen aller Schüler enthält. Jeder muss auch hier die durchlaufenen Stationen eintragen.
Lernzirkel im Hängeordner

Durchführung in der Klasse

Einige organisatorische Fragen hängen von der Freiarbeitserfahrung und Arbeitshaltung der Klasse ab. Sie müssen vorher mit den Schülern ausführlich besprochen werden.

  • Gruppengröße: Freiarbeit bedeutet, dass die Schüler auch auswählen können, mit wem sie zusammenarbeiten wollen. Manche Schüler erledigen die Aufgaben des Lernzirkels gerne allein, manche arbeiten lieber in der Gruppe. In der Durchführung hat sich ergeben, dass die Gruppengröße aus maximal drei Personen bestehen sollte. Hier ist noch gewährleistet, dass auch jeder aktiv mitarbeitet. Für manche Aufgabe ist allerdings eine größere Gruppenstärke nötig.
  • Zeitbedarf: Ein grober Zeitrahmen sollte von Anfang an vorgeben sein, er kann allerdings im Laufe der Lernzirkelarbeit angepasst werden. Auch wenn das Tempo von den Schülern selbst bestimmt werden kann, muss man darauf achten, dass Einzelne nicht zu oberflächlich und schnell arbeiten, damit sie schneller fertig werden. Aus diesem Grund sollten die Schnelleren auch Aufgaben bekommen und nicht etwa Hausaufgaben erledigen dürfen.
  • Bewertung: An den oberen Punkt schließt sich die Frage nach der Bewertung der Lernzirkelarbeit an. Es sollte durchaus eine Rolle spielen, ob die Aufgaben oberflächlich oder vertiefend bearbeitet wurden. Zur Bewertung von Lernzirkelarbeit bieten sich neue Evaluationsmethoden an, z.B. die Portfoliomethode oder (...).
  • Lautstärke im Klassenzimmer: Natürlich ist Freiarbeit "lauter" als der lehrerzentrierte Unterricht. Das ist auch gewollt, denn die einzelnen Gruppen sollen kooperieren und kommunizieren. Ich bemerke den positiven Effekt besonders während der Mathematikstunden, wo sich die Schüler gegenseitig die Aufgaben und Lösungen erklären. Trotzdem kann es vorkommen, dass sich einzelne Schülerinnen oder Schüler durch die Lautstärke gestört fühlen und sich nicht konzentrieren können. Diese sollten die Möglichkeit erhalten, in einen ruhigeren Raum zu gehen (in der Praxis selten durchführbar) oder mit einem Signal für Stille im Klassenzimmer sorgen zu können. Dies kann zum Beispiel das Anschlagen einer Klangschale sein.
  • Verantwortungsvoller Umgang mit dem Material: Es sollte schon vorher klargestellt werden, dass für beschädigtes oder verloren gegangenes Material Ersatz geleistet werden muss.

 


 

 

 

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