Lernzirkel (2) - Erstellung von Material

Anforderung an das Material

Da das Material durch viele Hände geht und es die Schülerinnen und Schüler dazu anhalten soll, eigenständig zu arbeiten, muss es folgenden Anforderungen genügen:

  • Leichtes Auffinden und Zuordnen: An jeder Station nimmt der Schüler zunächst das Stationsblatt. Dies enthält in der Kopfzeile Informationen über Stationsnummer und -name, evtl. Art der Station und weiter benötigtes Zusatzmaterial.
  • Klare Anweisungen: Auf dem Stationsblatt müssen die Arbeitsanweisungen klar formuliert sein, damit möglichst wenig Rückfragen an die Lehrkraft nötig sind. Ich habe die verschiedenen Arten von Arbeitsaufträgen mit Symbolen versehen, die auf allen Materialien gleich sind: Z.B. eine Hand mit Stift => die Schüler müssen etwas aufschreiben, eine Hand => hier folgt eine Aktion, eine Schere => hier wird etwas gebastelt.
  • Strukturierung der Arbeitsaufträge: Jedes Stationsblatt ist gleich gegliedert, so dass die Schüler mit der Zeit Sicherheit durch gleiche Abläufe gewinnen. Ein Einstieg soll neugierig auf das Thema der Station machen. Er ist meistens mit einer Aktion (z.B. Spiel, Domino, Quiz...) verbunden. Die Erarbeitung des Themas geschieht durch das Lesen von Informationen mit bestimmten Arbeitsaufträgen. Die Ergebnissicherung erfolgt meist durch einen selbst erstellten Hefteintrag, der mit Hilfe von Lösungsblättern korrigiert wird. Hier sind aber auch andere Formen denkbar wie Kreuzworträtsel oder Quiz.
  • Aufforderungscharakter des Materials: Das Material sollte leicht lesbar und klar gegliedert sein. Die Schriftart sollte leicht lesbar und groß genug sein. Lange Texte schrecken ab, daher sollten Zwischenüberschriften oder Spaltensatz auflockern. Bilder wecken Interessen und verdeutlichen Aussagen des Textes.
  • Langlebigkeit: Da das Material durch viele Hände geht, muss es gut geschützt sein. Ich packe neue Entwürfe zunächst in Sichthüllen, bis sie ausgiebig gestetet wurden. Erst dann laminiere ich das Material.

Domino

Ein Dominospiel aus einem Lernzirkel

Inhaltliche Anforderungen

Um die Möglichkeiten des Stationenlernens vollständig ausnutzen zu können, sollte man sich an folgende inhaltliche Anforderungen halten:

  • Zerlegung in Teilschritte: Arbeitsaufträge müssen kleinschrittig genug gehalten sein, damit sie von allen Schülern bewältigt werden können. Gerade beim freien Arbeiten kann man leicht erreichen, dass allle Schüler Erfolgserlebnisse haben.
  • Viele Sinne ansprechen: Ein ganz wichtiger Ratschlag, denn man verschenkt sonst die eigentlichen Stärken der Freiarbeit. Viele Lernzirkel sind reine Lese- und Schreibzirkel, sie unterscheiden sich nicht so sehr vom herkömmlichen Unterricht und werden schnell langweilig. Ganz leicht lassen sich Stationen zum Hören einbauen, aber auch das "Tun" sollte sich nicht nur auf Lesen und Schreiben beschränken. Auch ältere Schüler können noch Legen, Zuordnen, Spielen, Malen, Ausschneiden...
  • Möglichkeit der Selbstkontrolle: Damit die Selbstständigkeit der Schüler gewahrt bleibt, sollten sie ihre Hefteinträge und Übungen selbst kontrollieren können. Daher müssen auch die Aufgaben so gestellt sein, dass dies möglich ist. Die Lösungen sollen nicht absolut frei zugänglich sein, damit sie nicht einfach ohne Eigenleistung kopiert werden können.
  • Umfang und Schwierigkeitsgrad: Eine Station sollte in einer Unterrichtsstunde zu schaffen sein, sonst verlieren die Schüler Überblick und Lust. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade sollten sich abwechseln, sonst werden einzelne Schüler über- oder unterfordert. Evtl. muss man die Wahlstationen nach Schwierigkeitsgraden differenzieren.

 


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